alte, kleine blogs

Ich schreibe meine Texte nicht vor. Ich habe keinen ganzen Ordner, randgefüllt mit vorbereiteten Blog-Posts, Notizen zu meinen Gedanken oder bearbeiteten Fotos. Wenn mir danach ist, dann formt sich in meine Kopf ein Post und ab heute möchte ich die Gelegenheit nutzen diese auch nieder zu schreiben.
 Ob ich damit Erfolg haben werde? Fraglich. Blogs sind aus der Mode gekommen. Klar, es gibt noch die großen Sternchen am Himmel, die, die zur richtigen Zeit angefangen haben und mit den richtigen Mitteln groß raus gekommen sind. Aber wenn ich auf diese Blogs klicke, dann sehe ich unübersichtliche und trotzdem minimalistische Layouts. Ich sehe kleine Vierecke durch die ich mich in irgendwelche Posts klicken kann. Ich sehe keine Tags mehr, keine Links zu anderen Blogs und vor Allem: Ich sehe keine simplen Designs mehr.
 Blogs sind nicht mehr das, was sie mal waren. Auch ich hatte in meinem Leben schon gefühlte fünfzig Blogs, mal mehr erfolgreich, mal weniger. Ich war nie ein großes Sternchen. Aber: Mein Blog war immer mein Baby. Ich habe Stunden damit zugebracht Fotos zu schießen, zu bearbeiten, zu posten. Und als Dank dafür bekam ich manchmal zehn Kommentare. Und ich war so glücklich, so unfassbar glücklich. ZEHN Leute haben meine Posts gelesen? Wow. Ich hatte mal auf einem Blog 300 Follower. Das war damals nicht wenig. Ich habe von einer Firma ein Giveaway angeboten bekommen, ich habe monatlich einen Blog ausgesucht um ihn vorzustellen und die Teilnehmerinnen haben sich darum gerissen. Alles, in einem sehr kleinen Format. Wir waren nur 300, wenn man mal ehrlich ist, wahrscheinlich nur 100 aktive Menschen. Aber damals war so etwas cool. Ich habe nie einen einzigen Cent damit verdient.
 Versteht mich nicht falsch, ich lese gerne erfolgreiche Blogs. Ich weiß, dass ein großer Blog, ein großer YouTube Channel und ein großer Instagram-Account viel Zeit einfordern, dass so etwas nicht neben einem Fulltime Job funktioniert. Ich weiß, dass Zoe Sugg (und ich liebe diese Frau) es nicht nötig hat irgendwo Regale einzuräumen. Und das ist auch schön und gut so, denn Blogger sollte ein anerkannter Beruf sein.
 Aber ich vermisse trotzdem diese kleinen Blogs. Die Leute, die damit kein/kaum Geld verdienen. Die es einfach nur so machen, nebenher, neben ihrem Leben. Die sich über positive Kommentare freuen und das als ihren Lohn nehmen für das, was sie eben tun. Die andere Blogs vorstellen ohne eine Gegenleistung zu verlangen. Die keine tausend Produkte testen und vorstellen und verlosen. Die Blogs, wo man hingeht, wenn es einem nicht so gut geht, nur um von den anderen aufgemuntert zu werden. Ich hatte mal so einen Blog. Und ich möchte ihn zurück, aber bei mir kam das Leben dazwischen und das ist auch okay so. Es war nicht mein Beruf, es soll nie mein Beruf sein.
 Doch du, der diesen Text gerade liest, vielleicht kennst du noch solche Blogs. Vielleicht möchtest d solche Blogs wieder lesen. Mich stört keine Werbung oder mal ein Produkt, aber ich möchte echte Menschen. Menschen, die ein Mal im Monat ein Produkt annehmen und die restliche Zeit eben einfach nur sie selbst sind. Auf einer kleinen Plattform.
 Vielleicht werde ich so. Vielleicht liest das hier niemand und ich höre morgen wieder auf. Vielleicht werde ich genau das, was mich gerade nervt. Vielleicht kann ich euch ein bisschen unterhalten.

Lots of love. xxx